DLM 2022: Nach langem Kampf in der Schlussrunde, Rang 4 für Niedersachsen!

Die Spannung in der letzten Runde war kaum zu überbieten. Schließlich hatten wir (Nr.5 der Setzliste) mit Schleswig-Holstein (Nr. 4) zu tun und beide Teams hatten 8-4 MP und wir allerdings die bessere Feinwertung. Somit gab es das echte Endspiel um den Bronzerang!  

5,5 Stunden fighteten wir gegen den drohenden Verlust aus scheinbar ungünstigster Lage. Es wurde knapp, aber am Ende stand doch eine 3,5-Niederlage auf dem Zettel. 

Nun die Vorzeichen waren eigentlich recht klar: „Vorne“ waren wir nominell besser, „Hinten“ aber eher in der Außenseiterrolle. So brachte ein erster Rundgang leider schon schlechte Aussichten. Nico versuchte die Partie interessant anzulegen, doch sein Gegner kannte die Lines und Nico musste eher aufpassen nicht schlechter zu stehen. Bei Jan lief es nach Plan und er hatte früh Druck auf seinen Gegner aufgebaut. Johannes musste früh seine D vs TLB geben und stand auch schwierig. Jannik und Nikita kamen ordentlich aus der Eröffnung heraus und hatten spielbare Stellungen im Gegensatz zu Rita, die leider früh einen groben Fehler produzierte und schnell einen Bauern verlor. Bente und Katharina kamen solide in die Partie, hatten aber auch starke Gegner. 

Etappe 1: Jan gewann früh taktisch Material und brachte uns souverän in Führung und Nico konnte froh über das Remisgesuch seines Gegners sein. Klar wir führten 1,5-0,5! Aber wo holen wir weitere Punkte ?

Etappe 2: Johannes konnte sich zumindest eine Festung aufbauen und noch einen halben Punkt ergaunern, während Rita auch noch einen zweiten Bauern verlor und sich geschlagen geben musste –) 2-2

Jannik hatte in der Zeit zwar zwischenzeitlich einen Bauern gewonnen, aber hatte eine sehr schwere Stellung. Nikita konnte sich ein wenig aus seiner passiven Stellung befreien. Katharina hatte im Mittelspiel durchaus Vorteil, doch tauschte sie vermutlich eine Figur zu viel und hatte ein schwieriges Schwerfigurenendspiel auf dem Brett. Bente tauschte viel Material, stand objektiv ausgeglichen bis … 

Etappe 3: … sie sich durch einen Bauernvorstoß zu viele Schwächen zuließ. im DT-Endspiel verlor sie dann Bauer um Bauer und verlor. Katharina hingegen verteidigte sich insgesamt sehr gut und hielt später das Turmendspiel großartig remis! 2,5-3,5 war der Zwischenstand.

Etappe 4: Jannik konnte sich durch Bauernrückgabe etwas fangen und landete im komplizierten Springerendspiel. Scheinbar war dieses zwischendurch auch mal verloren, aber Jannik behielt die Nerven und konnte zumindest noch ein Remis retten! 3-4

Etappe 5: Nikita kämpfte fantastisch, er hatte im TTL Endspiel sogar einen Bauern gewonnen, doch die Stellung war sehr geschlossen mit vielen verschachtelten Bauern. Dennoch gab es noch Ideen ein Figurenopfer zu spielen oder irgendwann die Qualität zu geben. Nikita hatte beide Pläne auf dem Zettel. Er bereitete das Figurenopfer vor und dann hatte er die entscheidende Chance, durch einen passiven Turmzug wäre nun das Quallenopfer wohl gewinnbringend gewesen, aber es war alles andere als einfach zu berechnen. So bemühte sich Nikita das Figurenopfer weiter vorzubereiten. Lange war es schon die einzige Partie, die noch im gesamten Turnier lief … So opferte er dann die Figur und hatte dafür 3 Bauern. Er versuchte die Bauern auch noch zu pushen, leider schaffte sein Gegner es rechtzeitig eine Blockadestellung aufzubauen,  Dennoch probierte durch ein Bauernopfer nochmal unser Spieler einen Fehler zu provozieren. Leider auch ohne Erfolg, so dass die Partie dann doch mit Remis endete.

Respekt für den Kampfgeist!

Somit 3,5-4,5 und Glückwunsch an Schleswig-Holstein zu Bronze. Wir mussten uns mit einem dennoch sehr ordentlichen 4.Rang zufrieden geben.   

Mir hat es viel Spaß gemacht die Mannschaft zusammen mit IM Alexander Kabatianski und Justus Bargsten zu trainieren und betreuen. Wir hatten eine schöne Zeit in Wiesbaden. Womöglich können wir kommendes Jahr einen neuen Angriff auf die Medaillenränge nehmen. 

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