DJEM 2015 in Willingen

In dem Kurzbericht „Großer Erfolg bei Deutschen Meisterschaft!“ wurden die Erfolge bereits genannt. Einfach fantastisch und wunderbar. 3 Titel – kein Bundesland holte mehr – 6 Qualifikationen zur Weltmeisterschaft und als wäre das noch nicht genug: Platz 1 in der Fairplay Wertung mit 2 Grünen und keiner gelben oder roten Karte. Eine fantastische DJEM im Rückblick.

U10/U10w
Platz 6: Jan Pubantz, SK Ricklingen         
Platz 3: Lena Reichelt, Hamelner SV

Bei der LJEM reichte es für Jan Pubantz (Setzlistenplatz 28) aufgrund der Buchholz „nur“ zu Platz 3 und das Zittern, ob es für einen Freiplatz reichen würde begann. Knapp anderthalb Monate später hat er sich seinen Traum erfüllt und ist für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Mit 7,5 Punkten aus 11 Partien landete er auf einem starken 6.Platz, dem letzten Qualifikationsplatz. Besonders beeindruckend wie ruhig und vernünftig Jan auf die vielen Eröffnungsüberraschungen gegen seine Caro-Kann Verteidigung reagierte und keine dieser Partien verlor. In der Schlussrunde remisierte er problemlos gegen den Setzlistenersten Leopold Franziskus Wagner (DWZ: 1846). Als Partiebeispiel wählten wir seinen schönen Schwarzsieg in Runde 10. Vorhang auf für Jan!

(1) Kirchner,Markus (1594) – Pubantz,Jan (1363) [B11] DEM U10/U10w 2015 Willingen GER (10.5), 29.05.2015

Kirchner-Pubantz nach 27.Dd2-e2

27…Th5! Jan findet die bei heterogenen Rochaden wichtige Balance zwischen Angriff und Verteidigung. Nachdem dem Weißen die Chance zur Linienöffnung am Königsflügel genommen ist und der Bauer e6 nicht schnell genug angegriffen werden kann, kann sich Schwarz voll auf den Damenflügel konzentrieren. 28.Df2 Sa7! Ein sehr starkes Manöver. Auf b5 wird der Springer d4, c3 und a3 bestreichen. 29.Dd2 Sb5 30.Sxb5? Dieser Tausch sorgt für ein schnelles Ende der Partie. Bessere Chancen bot eine abwartende Verteidigung, obwohl der Nachziehende verschiedene Möglichkeiten hat, seine Stellung zu verbessern – die positionelle Überführung des Springers nach e4 via d6, die Überführung des Läufers nach a5, die Überführung des Th5 zum Damenflügel, die taktische Idee a6-a5-Lb4 oder etwaige taktische Einschläge auf a3. Irgendwas vergessen? 30…axb5 31.c3 Danach lässt sich langfristig nicht mehr verhindern, dass Schwarz mittels …b5-b4 hebelt und dann auf a3 opfert oder mittels …c4-c3 durchbricht. [31.b4 cxb3+ hinterließe allerdings ebenfalls eine einzige große Schwäche am Damenflügel.] 31…Da6 32.Df2 b4 33.cxb4 Lxb4 34.Ld2 Ld6 35.De1 Tb3 36.Dc1 Th8 37.h5 gxh5 38.g6+ Ke7 39.Le1 Ta8 40.Lh4+ Kd7  0-1

Kirchner-Pubantz nach 40.Ke7-d7                  
Sören Evering (8), SC Papenburg, spielte zu Beginn ein starkes Turnier, in Runde 4 überspielte er Leopold Franziskus Wagner nach allen Regeln der Kunst, verlor diese Partie aber leider noch. Davon beeinflusst blieb er in den nächsten Runden unter seinen schachlichen Möglichkeiten, katapultierte sich aber mit einem tollen Schlussspurt noch auf Platz 9 mit ebenfalls 7,5 Punkten.

Jeremy Hommer (9), SC Lüneburg, war auch, wie die anderen beiden Niedersachsen, immer an den ersten Brettern zu finden. Im Schlussspurt fehlte ihm nach einer anstrengenden Woche mit starken Partien ein wenig die Kraft. Besonders in Runde 5 und 6 ließ er unnötig Punkte liegen, sodass der 28. Platz nicht dem entspricht, zudem Jeremy fähig ist. Er darf sich im Gegensatz zu Sören und Jan nächstes Jahr noch einmal in der U10 versuchen und wird hoffentlich ein Wörtchen bei der Vergabe der Medaillen mitreden können.
Alles in allem sind die Drei ein tolles Trio, von dem es hoffentlich noch viel positives zu berichten geben wird.

Lena Reichelt (36) war bei den Mädchen hinter der starken Antonia Ziegenfuß (DWZ: 1452) aus Thüringen an 2 gesetzt. Nach einer Niederlage in Runde 6 gab Lena einige Remis zu viel ab, erholte sich aber sehr gut und schaffte mit 2,5 aus 3 in den letzten Runden noch den Sprung auf das Treppchen und die Qualifikation zur Weltmeisterschaft. Siegerin in der U10w wurde Antonia Ziegenfuß. Herzlichen Glückwunsch an Antonia und Lena!

(2) Reichelt,Lena (1285) – Baltic,Sara (1129) [D02] DEM U10/U10w 2015 Willingen GER (5.31), 26.05.2015

Reichelt-Baltic nach 20...Tab8

21.Dd1! gewinnt in guter Stellung mindestens einen zweiten Bauern. 21…Ld5? [Das Beste war noch 21…Sxc4 22.Txc4 Dd8 23.Td4 Lxf3 24.Dxf3 De7 25.Lxh7+ Kxh7 26.Df5+ g6 27.Dxd7] 22.Lxh7+ Kxh7 23.Dxd5 Zieht nun der Springer d6, gerät Schwarz nach 24.Sg5 in einen tödlichen Königsangriff. 23…Sf6 24.Dxd6 (1-0, 46.)

Alexandra Wallat (80), SK Papenburg, spielte bei ihrer ersten DJEM den Erwartungen entsprechend und landete mit 3,5 Punkten auf dem 81. Platz in der Gesamtwertung bzw. dem 23. Platz in der Mädchenwertung.

U12/U12w

Wie die Feuerwehr legte Geoffrey Meric (51), SK Ricklingen, zu Turnierbeginn los. In Runde 1 gewann er gegen den an Nr. 5 gesetzten Marco Dobrikov (DWZ: 1943) und nach 4 Runden hatte er es mit 3,5 Punkten in die erste Reihe geschafft. Nach einer langen Rochade in der Turniermitte beendete er das Turnier mit 5.5 Punkten auf Platz 42 und einem beeindruckenden dreistelligen DWZ Gewinn.

Bester Niedersache in der U12 wurde Jan Helmer (33), Hamelner SV, mit 6,5 Punkten auf Platz 19. Jan spielte ein sehr starkes Turnier, verlor bis zur letzten Runde nur zwei Partien gegen Spieler mit einer DWZ von 1900+ und hatte in der letzten Runde sogar noch die Chance mit einem Sieg in die Top Ten vorzurücken. Für Jan sehr ärgerlich stand er in dieser Partie fast durchgehend auf Gewinn und machte nur zwei schlechte Züge, die leider ausreichten um die Partie zu verlieren.

Dritter im Bunde ist Torben Knüdel (44), PSV Uelzen. Sein DWZ Gewinn von 70 DWZ Punkten mag gegenüber den dreistelligen Gewinnen von Geoffrey und Jan ein wenig klein aussehen, zeigt aber, dass auch Torben ein ausgezeichnetes Turnier weit über der Erwartung spielte. Torben zeichnete sich weniger durch punktuelle Highlights, sondern durch seine konstant guten Leistungen aus, sodass er nach 11 Runden mit 6 Punkten über der magischen 50 % Grenze auf einem tollen 32. Platz einlaufen konnte.

Im letzten Jahr spielte Sophia Brunner (42), Hagener SV, ein überragendes Turnier und hätte den Titel absolut verdient gehabt. Trotz schwächerer Leistungen ergab sich auch in Willingen für Sophia die Chance in den letzten Runde nach der Krone in der U12w zu greifen. Leider sollte es nicht sein und es gab wieder eine Niederlage, die auch manche Betreuer zum Weinen brachte. Platz 4 in der Mädchenwertung, aber auch ein Sieg hätte nicht zum Titel gereicht. Gesamtwertung Platz 53

Anais Abele (82), SC Aurich, darf mit ihren 4 Punkten gegen meist nominell stärkere Gegner auf ein sehr gelungenes Turnier zurückblicken. Wenn sie noch das DWZ-Denken aus ihren Überlegungen ausblendet, dann gibt es für die nächsten Jahre noch reichlich Luft nach oben. Ihr 83. Platz in der Gesamt- und ihr 25. Platz in der Mädchenwertung zeigt noch nicht das ganze Potential das Anais hat.

Für Nina Rothenberg (84), PSV Uelzen, war es ein sehr schweres Turnier. Nach einem Start mit 1 Punkt aus 7 Partien kam sie immer noch motiviert zur Vorbereitung und Analyse. Belohnt wurde dies durch einen schönen Sieg in der letzten Runde gegen eine fast 300 DWZ Punkte besser bewertete Spielerin. Am Ende erkämpfte sich Nina 3,5 Punkte und landete auf Platz 87 in der Gesamt- und Platz 28 in der Mädchenwertung.

Ab der DJEM 2016 werden die Altersklassen U10/U10w und U12/U12w wie die älteren Altersklassen nicht mehr in einem gemeinsamen Turnier ausgetragen.

U14w
Platz 1: Lara Schulze, SK Lehrte

Während des Vorbereitungslehrganges spielte Lara Schulze (4) sehr viele Trainingspartien mit 1.e4. Dass es beim ersten Turnier mit e4 noch zu Problemen kommen kann ist natürlich. z.B. in Runde 3, als sie eine undurchsichtige Stellung verlor. Dafür schlug sie in Runde 8 die Turnierfavoritin Jana Schneider (DWZ: 2042) mit 7. Kf1 in der Italienisch Hauptvariante wodurch Lara zu den drei Spielerinnen gehörte, die vor der letzten Runde mit 6 Punkten an der Spitze lagen. Alle drei mussten schwarzspielend gegen nominell schwächere Spielerinnen antreten und nur Lara gelang es, ihre Partie zu gewinnen. Nach dem Sieg in der U12w in Magdeburg, wiederholte Lara ein Jahr später das Kunststück in einer höheren Altersklasse und gewann ihren 2. DJEM Titel. Nächstes Jahr also das Triple? Die Daumen bleiben gedrückt!

(3) Schulze,Lara (1820) – Flach,Helene (1652) [B42] DEM U14w 2015 Willingen GER (2.4), 24.05.2015

Schulze-Flach nach 17...Le7xd6

18.Lxh7+ Kf8 [18…Kxh7 19.Sg5+ Kg8 Alles andere ist völlig verloren. (Nach 19…Kh6 z.B. 20.Sxf7+; nach 19…Kg6 z.B. 20.f5+ exf5 21.Dd3+-) 20.Dh5 Lxg2+! 21.Kg1! (21.Kxg2 Db7+ 22.Sce4 Sdf6) 21…Lc5+ 22.Le3+-] 19.Lb1 (1-0, 49.)

Nach schwachen Start, insbesondere aufgrund ihres Zeitmanagements, wurde bei Madita Mönster (9), SK Wildeshausen, ab Runde 5 das Turnier dazu genutzt um den Umgang mit Software, Literatur und eigenständiger Partievorbereitung zu trainieren. Diesbezüglich eine Glanztat von Madita in Runde 6. Die lange Rochade zum Turnierabschluss spülte Madita weit zurück, sodass es am Ende nur Platz 22 mit 3 Punkten wurde. Viel Wichtiger als die Platzierung ist jedoch, das Lernen, sodass Madita im nächsten Jahr, noch besser spielend, sicherlich wieder angreifen wird.

U14

Jari Reuker (12), SK Wildeshausen, konnte leider nicht an die starken Leistungen bei der DJEM 2014 in Magdeburg anknöpfen. Nach einer zu geringen Punkteausbeute in den Runden 1-6 kam in Runde 7 der Tiefpunkt als Jari eine Partie verlor, die keinen Sieger verdiente. Ein unsolides Figurenopfer in Runde 8 leitete die Wende ein und Jari hatte im starken Schlussspurt mit 2 Punkten aus 2 Partien das Glück, dass ihm zu Beginn des Turnieres fehlte. Schlussendlich Platz 13 mit 5,5 Punkten.

Hannes Ewert (16), SV Hellern, war immer gut vorbereitet – besonders schön sein Sieg direkt aus der Eröffnung in Runde 6 gegen Niklas Renger (DWZ: 2029). Bis Runde 7 spielte Hannes ein sehr starkes Turnier, auch die Niederlage gegen Valentin Buckels (DWZ: 2150) war nicht nötig. In Runde 8 verwechselte er in einer Theorie-Variante leider die Züge und stellte die Partie ein. Kommt vor und kann immer mal passieren. Schade, eine Top Ten Platzierung wäre drin gewesen, aber nach einem ereignislosen Remis in der Schlussrunde wurde es mit 5 Punkten „nur“ Platz 17 inkl. einem kleinen DWZ Gewinn.

U16w
Platz 1: Fiona Sieber, ESV Göttingen

Fiona Siebers (1) 8 Punkte aus 9 Partien lassen einen Durchmarsch wie im letzten Jahr vermuten. In der Tat hatte Fiona in keiner Partie Probleme, stellte allerdings gegen Nathalie Wächter in Runde 3 in Zeitnot eine Figur ein. Nathalie spielte wie Fiona ein ausgezeichnetes Turnier, gab nur 2 Remisen ab und am Ende entschied ein halber Buchholzpunkt zu Gunsten von Fiona. Eine große Geste, dass sie bei der Siegerehrung Nathalie zu sich auf die höchste Stufe des Podestes bat. Der dritte DJEM Titel in Folge für Fiona, selbst die DSJ war überfragt, ob es dies schon einmal gegeben hat.

(4) Sieber,Fiona (2033) – Moses,Selina (1832) [B84] DEM U16w 2015 Willingen GER (7.2), 28.05.2015

Sieber-Moses nach 13.De1-g3
Eine gängige Scheveninger-Stellung. Das typische Verfahren, auf d4 zu tauschen und …e5 folgen zu lassen, scheitert hier aber an der Kleinigkeit, dass f6 nicht gedeckt ist, sowie am vis-à-vis der Damen. 13…Sxd4? 14.Lxd4 De7 Schwarz steht bereits vor großen Problemen, hätte aber hartnäckigeren Widerstand leisten können. [14…e5 15.fxe5 dxe5 16.Txf6+-; Nach 14…Sd7 geht auf …e5 immer Sd5 mit Tempo, wäre aber besser als die Partiefortsetzung gewesen.] 15.e5 dxe5 16.fxe5 Sd5 Es geht schon gar nichts mehr. [Auf 16…Sd7 kommt ebenfalls 17.Se4 mit den Drohungen 18. Sf6+ und 18.Sd6 (und 18.Sg5 und …)] 17.Se4 Dc7 18.c4 Kh8 19.cxd5 exd5 20.Tac1 Dd7 21.Sd6 Te7 22.Lh5 De6 23.Sxf7+ Kg8 24.Sd6 Ld7 25.Tf6  Eine malerische Stellung. 1-0

Sieber-Moses nach 25.Tf1-f6
Für Hannah Möller (22), SV Lingen, wurde es das erwartet schwere Turnier. Sie ließ sich allerdings nie entmutigen, spielte ihre Partien immer aus und konnte sich am Ende zu Recht über 3 Punkte und Platz 21 freuen.

U16

Auch Minh Duc Ngo (20), SK Wildeshausen, war in der unteren Hälfte gesetzt. In den ersten drei Runden spielte er sehr starkes Schach und Siege gegen Vincent Keymer (DWZ: 2235) – 32. … Lxg5 – und gegen Noam Bergauz (DWZ: 2240) – 15. … Dd8 – wären verdient gewesen. Nach einen kleinen Durchhänger zur Mitte des Turnieres zeigte er in den letzten Runden nochmals Kampfgeist und Motivation und schloss das Turnier mit 50 % und einem kleinen DWZ Gewinn auf Platz 16 ab.

U18w
Platz 3: Jana Böhm, SV Hellern

Die U18w begann mit einem totalen Desaster. Sowohl Jana Böhm (8) als auch Luise Diederichs (3), SK Hermannsburg, verloren ihre Auftaktpartien gegen nominell schwächere Spielerinnen. Während Luise nach einer weiteren Niederlage in Runde 3 gegen die Mitfavoritin Sonja Maria Bluhm (DWZ: 2155) ab Runde 5, auch krankheitsbedingt, nur noch kurzzügige Remis vereinbarte und schlussendlich mit 4.5 Punkten auf Platz 12 landete, kämpfte sich Jana mit 4 Siegen am Stück wieder an die Spitze heran. Gegen die beiden Favoritinnen Josefine Heinemann (DWZ: 2240) und Sonja-Maria Bluhm hätte Jana mehr als nur ein Remis verdient gehabt. Ihren dritten Platz und die Qualifikation zur Weltmeisterschaft als Selbstzahler sicherte sie sich durch eine Partie im Stile Karpovs in Runde 8.

Böhm,Jana (1932) – Fesselier,Melissa (1928) [B40] DEM U18w 2015 Willingen GER (8.2), 29.05.2015

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.g3 Sc6 4.Lg2 d5 5.exd5 exd5 6.d4 Sf6 7.0-0 cxd4 8.Sxd4 Le7 9.h3 0-0 10.Sc3 h6 11.Lf4 a6 12.Dd2 Lc5 13.Sb3 La7 14.Tad1 Le6 15.Kh2 Dc8

Böhm-Fesselier nach 15...Dd8-c8
16.Le3! Simple Chess – Jana tauscht die beste schwarze Leichtfigur ab und konzentriert sich auf das Spiel gegen den Isolani. [16.Lxh6!? gxh6 17.Dxh6 hätte der Nachziehenden eine sehr genaue Verteidigungsleistung abgefordert, aber auch mehr Risiko bedeutet.] 16…Lxe3 17.Dxe3 Te8 18.Dd2 Se4 19.Sxe4 dxe4 20.Sc5 Lf5 21.g4 Dc7+?

Böhm-Fesselier nach 21...Dc8-c7+

22.Dd6! Nach dem Damentausch bleibt nichts mehr übrig, über das sich Schwarz freuen kann – b7 hängt, und sämtliche weißen Figuren bis hin zum König, der sehr schnell aktiv werden kann, stehen besser als die schwarzen Gegenstücke. (1-0, 59.)

U18
1. Platz: Spartak Grigorian, SK Wildehausen

Ein Sieg in der Königsklasse ist immer etwas Besonderes, vor allem wenn es dazu noch der erste DJEM Titel ist. Spartak Grigorian (4) startete mit 2 aus 2 und spielte im ganzen Turnierverlauf fehlerfreies Schach. Der Schlüssel zum Erfolg: Er geriet in seinen Schwarzpartien nie in Verlustgefahr und erreichte das Remis meistens schon um Zug 20. Mit Weiß spielte er auf den vollen Punkt und erreichte beindruckende 3,5 aus 4. Sein Meisterstück zeigte Spartak in Runde 4, technisch sauber, auf zwei Ergebnisse spielend, wie in all seinen Weißpartien.

(6) Grigorian,Spartak (2280) – Kvetny,Mark (2367) [D24] DEM U18 2015 Willingen GER (4.1), 26.05.2015

Grigorian-Kvetny nach 15...Sd8-e6
16.Tfb1!? Positionsschach für Fortgeschrittene. Scheinbar wird der Ta1 eingeklemmt, Spartak antizipiert aber ein Vorrücken des Bauern auf b7, wonach er mittels a2-a4-a4 die a-Linie aufhebeln könnte. [Alternativ kam natürlich 16.Tab1 in Betracht.] 16…Td8 17.a4 a6 18.Sa3 Sf4 19.c4 Se2+ 20.Kf1 Sc3 21.Tb6 f5 22.f3 fxe4 23.fxe4 Sxa4 24.Txh6 Kg7 25.Th5 f6 26.Sc2 Sc5

Grigorian-Kvetny nach 26...Sa4-c5
27.Ta3! Die Entscheidung für den f-Turm im 16. Zug zahlt sich auf etwas überraschende Weise aus – der Flügelwechsel der weißen Figuren erinnert den Schwarzen daran, dass auch ohne Damen Mattangriffe möglich sind. 27…Kg6 28.Th4 Kg5? Der entscheidende Fehler. [28…Se6 hätte die Stellung zusammengehalten – der schwarze König kann Verteidiger gut gebrauchen.] 29.Th7! Droht 30. Tg3+. 29…Kg6 30.Tc7! Sd7 31.Tg3+ Kh6 32.Se3 Sf8 33.Tf7 Sh7 34.Sf5+ Lxf5 35.exf5  1-0

Grigorian-Kvetny nach 35.exf5

Auch Tobias Vöge (11), Stader SV, konnte mit seiner Weißbilanz von 4 Punkten aus 5 Partien zufrieden sein. Allerdings verhinderte sein zu angreifbares Schwarzrepertoire eine bessere Platzierung. Tiefpunkt Runde 8, als er aus der Eröffnung klar besser stehend, die Partie nach mehrmaligem Remisangebot überzog und sogar verlor. Schlussendlich 50 % und Platz 16.

 

Die besondere Atmosphäre während der DJEM innerhalb unserer Delegation lässt sich nur schwer in Worte fassen. Am besten gelang es einem mitreisendem Elternteil, das sich nach dem Turnier wie folgt per E-Mail bedankte:

„Super Land, super Gruppe und super individuelle Leistungen mit sehr viel Spaß dabei, das war echt prima.“

Dem können wir nur zustimmen, die Stimmung, der Zusammenhalt und der Erfolg machten diese DJEM zu etwas ganz Besonderem. Hoffentlich lässt es sich im nächsten Jahr wiederholen und Danke an Alle, die dazu beigetragen haben. Definitiv eine der schönsten DJEMs – da waren sich alle einig.

Fabian Müller und Daniel Prenzler, Willingen im Mai 2015

 

Hiermit möchte sich der NSJ Vorstand abschließend beim Delegationsleiter Andreas Helmer, den Trainern Jens Kahlenberg, Bernd Laubsch, Fabian Müller, Daniel Prenzler, den Eltern und allen Spielern recht herzlichst bedanken.

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